Samariaschlucht auf Kreta

Wanderlust auf Kreta – die Samaria Schlucht

Als Wanderbegeisterte durfte bei meinem Kreta-Urlaub Ende September ein Ausflug in die Samaria-Schlucht nicht fehlen. Im Südwesten der Insel gelegen wartet diese Naturschönheit in der Sommersaison von Mai bis Oktober täglich auf zahlreiche Touristen, die frühmorgens mit Reisebussen anreisen, um in Xyloskalo das Abenteuer zu beginnen.

Esel in der Samariaschlucht

Esel am Wegesrand der Samariaschlucht

Obwohl mein Mann und ich schon vor unserem Urlaub beschlossen hatten, dass wir die Wanderung auf jeden Fall machen würden, entschieden wir uns unseren Tagesausflug spontan vor Ort zu buchen. Da das Wetter auf Kreta Ende September bzw. Anfang Oktober sehr durchwachsen war, waren wir damit auch gut beraten. Wir fassten einen Tag ins Auge, an dem es eine Mischung aus Sonne und Wolken geben und nicht zu heiß werden sollte.

Um halb sieben in der Frühe warteten wir vor unserem Urlaubshotel Nefeli in Rethymnon auf unseren Bus. Wir hatten uns ebenfalls für die „touristische“ Variante eines organisierten Ausflugs entschieden, da diese die An- und Abreise deutlich erleichtert. Nach einer zwei- bis dreistündigen Fahrt entlang der Küste und später durch die Weißen Berge, während der wir zahlreiche Tipps von unserem Guide erhielten, konnte unser Wandererlebnis endlich starten.

Da die Schlucht auf einer Höhe von über 1200 m beginnt und es daher deutlich kühler ist, als an der Küste hatten wir vorsichtshalber noch eine leichte Jacke bzw. einen Pullover dabei. Wir hatten jedoch Glück und brauchten diese nicht, da die Sonne uns gleich morgens schon anstrahlte.

Gleich am Anfang der Schlucht tummeln sich die Wanderer ein bisschen, aber es ist genügend Platz langsamere Wanderer zu überholen und schnellere vorbeizulassen. Ich kann jedem, der die Wanderung zum ersten Mal macht, wirklich raten, sich an sein eigenes Tempo zu halten. Sich an den anderen Wanderern zu orientieren könnte dazu führen, dass es entweder am Schluss zeitlich knapp wird oder aber die Kräfte zu schnell nachlassen.

Wanderweg in der Samariaschlucht

Gutes Schuhwerk ist wichtig

Zunächst führte der Weg etwa 1,5 km hinunter in die Schlucht. Schnell merkten wir, dass wir in der Wahl unseres Schuhwerks goldrichtig lagen. Wir hatten unsere knöchelhohen Wanderschuhe dabei und waren hierüber mehr als dankbar. Wir hatten vorher den Tipp erhalten, erst stehen zu bleiben und dann Fotos zu machen oder einfach die Aussicht zu genießen und wir verstanden nun auch, warum. Der treppenartige Weg ist uneben, die Stufen sind unterschiedlich lang und hoch, rutschige und lose Steine inklusive. Trittsicherheit und eine hohe Konzentration sind hier das A und O.

Nach etwa dreieinhalb Stunden wandern, klettern und dem ein oder anderen Foto-Stop hatten wir etwa die Hälfte der 16 km langen Wanderung und auch den anstrengendsten Teil geschafft. Wir sollten zwischen 13:00 und 13:30 Uhr im verlassenen Dorf Samaria sein, damit wir nach hinten keine Zeitprobleme bekommen würden. Wir schafften es sogar etwas früher und gönnten uns dort eine etwas längere Pause.

Samariaschlucht auf Kreta

Verschnaufspause während der Wanderung in der Samariaschlucht

Jetzt sollte der spektakuläre Teil der Tour beginnen und so war es auch. Zwischen den gewaltigen Felswänden hindurch, durch das Flussbett über Geröll und riesige Steine wanderten und kletterten wir in Richtung der berühmten „eisernen Pforte“, der mit ca. vier Metern engsten Stelle der Schlucht. Das Flussbett ist in der Sommersaison ausgetrocknet, aber an einigen Stellen begegneten wir dem klaren Wasser, das sich aus den Bergen durch die Schlucht schlängelte. Dort mussten wir auch hindurch, was mir persönlich viel Spaß gemacht hat. Da das Wasser aber nicht besonders tief und unser Schuhwerk wasserfest war und auch überall Steine bereitgelegt wurden, über die wir klettern konnten, bekamen wir keine nassen Füße.

Samariaschlucht auf Kreta

Flussbett in der Samariaschlucht

Am Ende der Schlucht wartete das Örtchen Agia Roumeli mit einigen netten Tavernen auf uns. Müde und erschöpft, aber glücklich ließen wir uns in der Taverne Paralia nieder und ließen noch mal alle Eindrücke auf uns wirken. Wir waren überwältigt von diesem Naturspektakel. Es war für uns wirklich ein einmaliges und definitiv unvergessliches Wandererlebnis.

Um 17:30 Uhr legte unsere Fähre ab, die letzte an diesem Tag. Wer diese Fähre verpasst, dem bleibt übrigens nichts anderes übrig, als sich ein Übernachtungshotel zu suchen, denn Agia Roumeli ist nur zu Fuß über die Schlucht oder per Fähre erreichbar. Zwei Anlegestellen später empfing uns unser Reisebus und die letzte Etappe des Ausflugs begann. Kurz vor 21 Uhr kamen wir wieder in unserem Urlaubshotel an.

Ein paar Tipps zum Schluss: Während der Wanderung könnt Ihr Euch Eure Wasserflasche an mehreren Stationen kostenlos mit klarem und erfrischendem Bergwasser auffüllen. Es reicht also, sich eine Flasche mit zu nehmen, so spart Ihr etwas Gewicht. Essen solltet Ihr auf jeden Fall ausreichend mitnehmen, da Ihr erst am Ende in Agia Roumeli wieder die Möglichkeit habt, etwas zu kaufen.

Kristina Wilker

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