Ein Monat in Indien – Delhi & die heilige Stadt Rishikesh

Neben meiner Leidenschaft für die Reisewelt, zieht es mich ebenfalls zum Yoga hin. Als die Entscheidung anstand, in welchem Studio mein 200 Stunden Yoga Teacher Training absolviert werden soll, schlägt meine Indien vernarrte Arbeitskollegin vor, ich solle doch an die Quelle gehen: „Warum reist Du denn nicht gleich nach Indien?“

Ihre begeisterten Ausführungen überzeugen mich zwar vollständig, bereiten mich jedoch nur ansatzweise auf das vor, was ich in den viereinhalb Wochen erleben darf.

Früh am Morgen erreiche ich Delhi Flughafen. Die moderne Eingangshalle zur Immigration begrüßt einen bereits mit übergroßen, wunderschönen Figuren indischer Mudras (Handgesten). Mit einem vorab elektronisch beantragten Visa ist die Einreise schnell.
Nun heißt es Kontakt aufnehmen mit den indischen Freunden, doch leider funktioniert das Wifi nur über die Registrierung mit einer indischen Telefonnummer. Den Flughafen selbst darf man unter Beobachtung des strengen Sicherheitpersonals nur mit einer gültigen Bordkarte betreten, also hoffe ich meine Freunde draußen anzutreffen.

Als blonde, 1.77m große, hellhäutige Frau ziehe ich einige Blicke auf mich. Hier bin ich exotisch. Ich scanne jedes einzelne Gesicht der wartenden Maße durch und stelle mich entmutigt an eine Säule, um in der schwülen Morgenhitze nach meinem Handy zu suchen. Immer wieder werde ich angesprochen, ob ein Selfie mit mir gemacht werden darf. Eine Dame dreht sogar ein kleines Video und küsst meine Wange. Weit und breit nichts zu sehen von meinen Freunden. Ich fasse den Mut und spreche eine hübsche junge Frau im traditionellen Sari an, die nach längerem Telefonieren meine Freunde zu mir leitet.
Nach einem warmen Frühstück und einem leckeren Chai Tee sieht die Welt schon blumiger aus. Das wunderschöne Hotel ist eine Ruhe-Oase zum Verarbeiten der ersten Eindrücke.

In den nächsten Tagen erkundige ich zusammen mit meiner Freundin Delhi. Wir nutzen das „Auto“, welches eine motorisierte Rikscha ist. Die perfekte Wahl für Mutige um in der riesigen Stadt herumzukommen. Mit rigorosem Verhandlungsgeschick ermöglicht sie mir faire Preise im Verkehrschaos und auf den zahlreichen Märkten. Schals, Modeschmuck, Schuhe, Gewürze – das Angebot ist unüberschaubar groß und das Interesse der Standbesitzer besonders hoch, wenn man als Tourist erkannt wird. Verhandeln ist hier ein Muss.

Ich besuche verschiedene Tempel, doch besonders der schneeweiße Sikh Tempel „Gurudwara Bangla Sahib“ bleibt mir in blühender Erinnerung. Vor dem Eingang des Hauptsaals gibt man seine Schuhe ab und bekommt ein Leihtuch, um seine Haarpracht zu verschleiern. Lange Kleidung ist empfehlenswert.
In dem ersten Saal ist man eingeladen zum Gebet und gleichzeitiger Opfergabe für die Götter in monetärer Form. Gleich dahinter wird ununterbrochen Musik gespielt und gesungen. Die Tempelbesucher können hier verweilen, beten und meditieren.

Ein weiterer Saal steht für die Langar bereit – die kostenlose Essensausgabe für Menschen jeder Herkunft, Gesellschaftsschicht und Religion. Die Sikhs zeichnen sich unter anderem für die Offenheit gegenüber jedem aus. Reihe an Reihe, Mensch an Mensch sitzen wir auf dem Boden und bekommen eine dampfende Aluplatte mit leckeren vegetarischen Speisen, nachnehmen darf man gerne. Mein Blick schweift immer wieder durch den Raum und fängt neugierige Blicke und freundliche Lächeln ein. Ein wunderschöner, friedlicher Moment voller Gemeinschaft in dem sonst sehr kontroversen Delhi.

 

Nach ein paar Tagen gewöhne ich mit an den Fotostress und suche mir die Modelle gleich mit aus. Besonders Frauen und Kinder in farbenfrohen, teils sehr aufwendig bestickten Saris mit prunkvollen Schmuckstücken und absolutem Traumhaar finden in meiner persönlichen Fotoserie Platz.
An jeder Ecke wird Street Food angeboten – frische Kokosnuss zur Erfrischung, leckerer Milchreis mit indischen Gewürzen, Lassi mit Rosengeschmack, zuckersüße Backwaren – ein Paradies für Foodies.

Ein kurzer und komfortabler Flug nach Dehradun bringt mich weiter in den Norden, in die heilige Stadt Rishikesh. Die Taxifahrt durch die grünen Wälder weist bereits auf einen deutlichen Szenenwechsel hin.
Hier schlagen die Uhren anders. Kleine ungepflasterte Straßen führen durch die hügelige Pilgerstadt am heiligen Fluß Ganges. Autos haben nur beschränkt Zugang und Motoräder schlängeln sich durch Menschen und Kühe über die Eisenbrücke Laxman Jhula.
Mother Ganga ist der Mittelpunkt, die Kraftquelle, Ort vielzähliger heiliger Rituale, Wasserquelle für die freilebenden Kühe und gleichzeitig perfekt für eine wilde Rafting Tour.

Man begrüßt sich mit einer leichten Verbeugung und einem von Herzen kommenden „Namaste“ (das Licht/ Göttliche in mir verbeugt sich vor dem Licht/ Göttlichen in Dir).
In den nächsten Wochen sehe ich die Sonne über dem Himalaya Gebirge aufgehen von dem Kunjapuri Tempel aus, trinke Tee mit der Inhaberin einer der Schmuckgeschäfte, die uns für unsere Abschlusszeremonie mit Saris ausstattet und feiere das Fest Diwali mit unserer Gastfamilie. Diwali ist eines der größten indischen Feste, das Fest des Lichts, der Sieg des Guten. Musik wird gespielt, es wird getanzt, gesungen, besonders lecker gegessen und der Himmel und die Höfe mit Feuerwerk erleuchtet.

Meine Tipps:
– Nehmen Sie sich Zeit! Indien ist zehn Mal größer als Deutschland und die Anzahl der Sehenswürdigkeiten unendlich.
– Reisen Sie mit einem Guide oder einer Gruppe. Indien tickt anders, Sie würden viele wichtige und interessante Aspekte im Trubel übersehen.
– Tasten Sie sich langsam an das lokale Essen heran. Verlassen Sie sich, wenn Sie Street Food probieren möchten,  auf Ihren Guide.
– Verhandeln Sie, zahlen Sie nicht die Touristenpreise.
– Impfungen: Informieren Sie sich rechtzeitig, da einige Impfungen weiter im Voraus gegeben werden müssen.
– Kleidung: Indien besitzt unterschiedliche Klimazonen und auch für die Besichtigung religiöser Stätten wird ggf. eine bestimmte Kleidungswahl benötigt.

 

Eine Reise nach Indien verändert das Weltbild, erweitert den (Reise-)Horizont und verzaubert auf seine eigene einzigartige Weise.


Wir beraten Sie gerne.

Marion Herrmann

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